Hier finden Sie unseren aktuellen Rundbrief: In diesen berichten wir aus den aktuellen Projekten, Wissenswertes aus Welikji Nowgorod und spannende Themen aus Russland. Wir geben Tipps aber auch nützliche Informationen.


 

33. Jahrgang  Nr. 91/ Oktober 2017

 

Sehr verehrte Mitglieder und Freunde Welikij Nowgorods, sehr geehrte Gäste!

 

Hiermit laden wir Sie herzlich ein zur öffentlichen Mitgliederversammlung des Kuratoriums am

 

am Montag, dem 16. Oktober 2017 um 19 h

Ravensberger Spinnerei Raum 240

 

Sehr geehrte Mitglieder und Freunde der Städtepartnerschaft mit Welikij Nowgorod, auf unseren Mitgliederversammlungen versuchen wir, unseren Blick über das heutige Welikij Nowgorod hinaus zeitlich und räumlich zu erweitern, und so werden wir mit Ihnen in Gedanken am 16.10. in das mittlere Wolgagebiet nach Tatarstan reisen. Kasan, die Hauptstadt, ist einer der elf Austragungsorte der Fußball-WM im kommenden Jahr – man wird seine Aufmerksamkeit dann neben dem sportlichen Ereignis wohl auch auf das Gebiet selber richten. Die Menschen dort teilen sich auf in orthodoxe Russen und muslimische Tataren, beide machen zahlenmäßig etwa 48 % der Bürger aus – wie leben sie miteinander ? wie prägt diese kulturelle und religiöse Koexistenz das Leben in dieser durch das Erdöl relativ wohlhabenden Republik?
Gudrun und Karl Wolff nennen ihren Reisebericht über Tatarstan:


„Die Reise ins Morgen-Land“


- vor 5 Jahren - im Herbst 2012 – berichteten sie hier über „Grenzgänge im Ural“, die – so der Titel - „der Zeit voraus“ eilen. Das Ehepaar Wolff, Slavisten und Osteuropahistoriker, praktiziert seit über 45 Jahren den interkulturellen Dialog zwischen Russland und Deutschland. Wir dürfen also gespannt darauf sein, was uns ihre Erkundungen zwischen Orient und Okzident in der Republik Tatarstan über mögliche Entwicklungen im Russland der Zukunft sagen können.


Seien Sie herzlich willkommen!


i.A. Brunhild Hilf

 

 

30 Jahre Offizielle Städtepartnerschaft zwischen Bielefeld und Welikij Nowgorod


Als den Höhepunkt des Jubiläumsjahres gestalteten die Fachhochschule, die Stadt Bielefeld und das Kuratorium gemeinsam eine Feierstunde am 21. Mai, in der die neue Kooperation zwischen der Universität in W. Nowgorod und der Fachhochschule besiegelt wurde. In dem schönen Saal der FH traten als Redner die Vertreter beider Städte und Hochschulen auf, umrahmt von einem Musikprogramm, das die Bigband des Ratsgymnasiums, das Kammermusikensemble Camerata und Tanz- und Vokalensembles aus der russischen Universität gestalteten. Zuletzt kam ein Grußwort des Kuratoriums. Es tut uns sehr leid, dass so viele, die gern teilgenommen hätten, wegen der begrenzten Platzzahl nicht eingeladen werden konnten.

 

Grußwort zum Festakt am 21. Mai 2017

 

Die Partnerschaften, die deutsche Stadtgesellschaften nach dem 2. Weltkrieg eingingen, hatten zumeist die Aussöhnung mit dem ehemaligen Gegner zum Ziel.

Dieses Ziel erschien denen dringlich, die 1983 im „Heißen Herbst“ des Kalten Krieges auf die Straßegingen, um gegen die im Rahmen des NATO-Doppelbeschlusses geplante Nachrüstung zu protestierenund sich die Beziehung zu einer Stadt in der UdSSR zu wünschen, um dort im Osten hinter demEisernen Vorhang Schwestern und Brüder zu bekommen, auf die man nicht schießt. - - Dieser Wunschging 1987 in Erfüllung.
Die Partnerschaft zwischen Bielefeld und Welikij Nowgorod ist also ein „Kind“ der Krise, und seine„Eltern“ sind Gruppen der Zivilgesellschaft. So gestaltete sich die Anfangszeit in der Aufbruchstimmung der Gorbatschov - Zeit: die Bürger, die ihre neuen Verwandten in jeweils 2.000 km Entfernung besuchten, verbanden gemeinsame berufliche oder persönliche Interessen: z.B. als Lehrer – so waren beide Universitäten Pioniere der Verbindung – als Schüler und Student, als Musiker, Kommunalpolitiker, Schachspieler, Handwerker, Radfahrer, blinder Mensch – beim Austausch der Gemeinsamkeiten entdeckte man auch reizvolle Unterschiede.
Dennoch: in der Zeit der Perestrojka und noch lange danach glaubten Bürger Bielefelds und Nowgorods daran, ein ähnliches Gesellschafts- und Menschenbild zu haben.
Dieses Vertrauen hat Risse bekommen. Aber die Erfahrung aus der Gründungszeit der Partnerschaft prägt uns noch heute - in zwei Projekten des Kuratoriums geht es um die Fragen: was kann der einzelne Bürger in und für die Gemeinschaft tun? wie kann er das Leben in seiner Stadtgesellschaft verbessern? wo kann er Verantwortung übernehmen?
Junge russische Bürger ergriffen 2014 als Gäste der 800-Jahr-Feier Bielefelds die Initiative zu einer Kooperation für eine ökologische und soziale Stadterneuerung – in diesem Zusammenhang erging an Veit Mette die Einladung, seine Bielefeld-Bilder einer offenen Stadtgesellschaft in W. Nowgorod zu zeigen. Und dort porträtierte er eben auch das bunte Treiben der Stadtgesellschaft zwischen den Feiertagen des 1. und des 9. Mai.

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Veit Mettes Fotografien zeigen Freizeitverhalten wie bei uns: Kinderspiele, Sonnenbaden, Picknick, Tanz auf der Straße – buntes Treiben, vor der wunderbaren Kulisse der schönen alten Stadt – zwar in schwarz-weiß, aber in deutlich anderer „Färbung“ als bei uns: unübersehbar viele quasi-militärische Insignien und Handlungsweisen.
Eine Erklärung ist der historische Hintergrund: die russischen Soldaten verteidigten ihr Vaterland gegen die Deutschen, denen ein Vernichtungskrieg befohlen war.
Und dies heute – bzw. im Mai 2016 – aber der russische Tag des Sieges vor 12 Tagen am 9. Mai wies das gleiche Programm auf. Uns irritiert dies, zumal wenn noch andere, deutlichere Symbole hinzukommen.
Veit Mettes Kamera-Auge inszeniert diese Störungen als Kollisionen (nichts ist nachträglich bearbeitet, alles ist so gewesen): der Vaterkopf wird verschluckt von den Luftballons mit den minions – das sind dienstbare Geister für die finstersten Schurken der Weltgeschichte – abgelichtet vor der Gaststätte für die explizit „guten Menschen“ – welche Autoritäten treten hier an die
Stelle alter Vorbilder?
Er zeigt uns eine Jugend, die auf ihre eigene Weise damit umgeht:

- Zwar beäugt der gipserne Leninkopf kritisch die kleine Künstlerin – sie aber – weit gefehlt, ihn zu porträtieren, - auf ihrer Staffelei entsteht ein Blumenstilleben.
- Die kleine Radfahrerin – noch ist das Rad dort ein recht unübliches Verkehrsmittel – trägt zwar den traditionellen Kopfschmuck, präsentiert aber trotzig ihr exklusives Velo.
- Vollends stellen die Akrobaten an der Volchovbrücke die Welt auf den Kopf.
Die Jugend – so der Eindruck – „dreht ihr eigenes Ding“. Möge es so sein.
Dies wünschen wir auch den Studierenden dieser neuen Kooperation!
Herzlich gratulieren wir Ihnen dazu: es ist eine wunderbare Chance, eine Chance zu gemeinsamer ergebnisoffener Erkenntnissuche, fern von Ideologie und frei von Abschottung – wir bitten Sie: nutzen Sie sie!


Brunhild Hilf

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(An dieser Stelle konnten wir eine Auswahl von Fotografien Veit Mettes zeigen.)

Diese und weitere seiner Porträts der Bürger unserer Partnerstadt im Mai 2016 werden vom 6. Dezember 2017 bis Ende Januar im Historischen Museum Bielefelds zu sehen sein.
Einladung zur Eröffnung der Foto-Ausstellung: 6. Dezember 2017, 18 Uhr – wir planen ein Begleitprogramm.

 

 

Graffito

 

In der Kooperation mit der Bürgerinitiative „Novyj gorod“ in Welikij Nowgorod entstand die Idee, der Partnerschaft ein Wandbild zu widmen. Der Verein „Stadtklar“ und der Umweltbetrieb stellten uns die Wand an der Endhaltestelle der Linie 1 in Schildesche zur
Verfügung, und so malten vier junge Absolventen der Architektur-Fakultät der Universität Nowgorod Ende August höchst kunstvoll und unermüdlich Gebäude und Szenen aus beiden Städten, bis ein Panorama entstand, das unbedingt sehenswert ist. Zwei Schülerinnen des Ratsgymnasiums malten auf der Bielefelder Seite mit, und spontan griff auch eine vorbeifahrende junge Künstlerin aus dem Bethelgymnasium zum Pinsel.

Hoffentlich bleibt es den Fahrgästen von moBiel und den Passanten und uns allen noch lange so schön erhalten, dass man darauf mit den Augen spazieren gehen kann. Wir bereiten Fotokarten mit den Motiven des Wandbildes vor – Poster mit Abbildungen des Graffitos sind bereits mit Schüleraustauschgruppen des Ratsgymnasiums und der Marienschule nach
Nowgorod gereist, beides sind Anregungen, für die wir uns bei der Marienschule der Ursulinen und insbesondere bei Schwester Carola Kahler herzlich bedanken.
An dieser Stelle geht auch ein großer Dank an die Sponsoren des Jubiläumsjahrprogramms: dank der großzügigen Spende der Lionshilfe, der Freien Scholle und der Fa. Böllhoff, hinzu kamen noch private Geldgeber, konnten wir den jungen Künstlern die Reisekosten finanzieren.

 

Kooperation der Theater
Von Gastspielen des Malyj Theaters hier und Gastspielen des Bielefelder Theaters in Nowgorod haben Sie bestimmt bereits gehört. Hinzu kommt nun eine Recherche-Arbeit im Rahmen des STOFF - Projektes des Stadttheaters, die von russischen Germanistik-Studenten zum Thema „Wandel der Hochzeitskleider“ geleistet wird. Die Ergebnisse sollen in eine hiesige Theaterproduktion im Juni 2018 einfließen. Dabei ergab es sich, dass Interesse an der brillianten Bielefelder Theaterpädagogik
wuchs, deren Vertreterin Beate Brieden maßgeblich am Austausch beteiligt ist, und so reist sie im Spätherbst dorthin, um ein theaterpädagogisches Seminar zu leiten.

 

„Gemeinsame Geschichte – gemeinsame Erinnerung“
So lautet das Thema eines Seminars, das Ricardo Bergmann mithilfe der Deutschbaltischen Studienstiftung organisiert. Es findet Ende Oktober (26.- 29.10.) in Bielefeld statt, führt russische und Studenten und Schüler aus der Europäischen Union zusammen. Die Arbeitssprache ist Deutsch, russische Teilnehmer sind bereits angemeldet, für deutsche Interessenten sind noch Plätze frei.
Geben Sie diese Information gerne weiter!

Kooperationspartner sind hier die Stadt und das Kuratorium.
Zum Abschluss findet am Sonntag, dem 29.10.2017 von 11:15 h bis 12:45 h im Rochdale-Raum des Alten Rathauses eine öffentliche Podiumsdiskussion statt.

Herzlich willkommen !

 

„Faszination Birkenrinde“
So ist es tatsächlich: Vladimir Jarisch ist hier seit langem bekannt als Meister im Herstellen und Gestalten von Objekten aus Birkenrinde – in Nachahmung und Neudeutung alter Traditionen. Er inspirierte Bettina Spalthoff, langjährige künstlerische Mitarbeiterin der VHS, auf ihre Weise damit zu arbeiten : so entstanden wunderbare zarte Collagen, in konkreter und abstrakter Manier. Nach einer gemeinsamen Ausstellung im September 2015 in Nowgorod folgte nun Ende September eine hier in
Schildesche – viele Besucher waren sehr angetan davon!


Wechselseitige Inspiration, fortgeführte Kommunikation – es ist oft wie ein Bazillus gewesen, der unverhofft neue und alte Opfer befällt: auf diesem Wege werden immer wieder neue Partnerschaftsprojekte geboren. Es lohnt sich, regelmäßig unsere Homepage zu konsultieren – die Rundbriefe gibt es ja in der Regel nur dreimal im Jahr, aber unter www.bielefeld-welikijnowgorod.de werden unentwegt Neuigkeiten und vor allem auch schöne Fotos publiziert.

 

 

Adressen der Vorstandsmitglieder
Dr. Manfred Dümmer, Heckstraße 16, 33609 Bielefeld, Tel. 325 385
Hans-Georg Fischer, Hagenkamp 44, 33609 Bielefeld, Tel. 330 233
Christel Franzen, Kupferheide 39a, 33649 Bielefeld, Tel. 451 102
Dr. Gerlinde Günther-Boemke, Deppendorfer Straße 160, 33619 Bielefeld, Tel. 05203 - 1205
Brunhild Hilf, Schelpsheide 12, 33613 Bielefeld, Tel. 889 282
Dr. William Rotsel, Spandauer Allee 16, 33619 Bielefeld, Tel. 105 668
Ulrike von Savigny, Auf der Hufe 23, 33613 Bielefeld, Tel. 886 414
Dr. Klaus Trillsch, Saarbrücker Straße 19, 33613 Bielefeld, Tel. 887 930
Erika Weichert, Am Balgenstück 33b, 33611 Bielefeld, Tel. 83 731

 

Herausgeber: Kuratorium Städtepartnerschaft Bielefeld – Welikij Nowgorod e. V.
www.bielefeld-welikijnowgorod.de

 

Brunhild Hilf - Schelpsheide 12 - 33613 Bielefeld
Redaktion: Brunhild und Rebecca Hilf

 

Konto des Kuratoriums: Sparkasse Bielefeld, IBAN DE93 4805 0161 0000 114041,
BIC SPBIDE3BXXX


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