‼️ The unforgettable, brave Olga Misik, now 19, made herself famous by reading the Russian constitution to the riot policemen.

She is now facing two years in prison! Sentence is due on May 11. In her final word, she says that she was inspired by Sophie Scholl, an antifascist executed by nazis in 1943.

Her final word, in Russian:

https://docs.google.com/document/d/19v0wvbp3lhFsMwIA7UZjj36F-xhWNMv75XthqNXPvGs/mobilebasic?fbclid=IwAR2_ljBpAdTqKGcUZogp3Ea2ggvSiAioFVnaWGq4OZUjhZldGb0CzhMo18Q

Olga Misik: Ein letztes Wort

 

Über Angst

Man hat mich oft gefragt, ob ich nicht Angst habe. Öfter im Ausland als bei uns in Russland, weil sie dort nicht auf dem Laufenden sind hinsichtlich der Besonderheiten unseres Lebens, nicht die schwarzen Gefängnislimousinen kennen, nicht Verhaftung und Gefängnis ohne Grund und Anlass. Und sie kennen nicht das Gefühl der Hoffnungslosigkeit,

das wir mit der Muttermilch einsaugen. Und es ist dieses Gefühl der Ausweglosigkeit, das alle Äußerungsformen von Angst verkümmern lässt, es infiziert uns mit angelernter Hilflosigkeit. Welchen Sinn hat es, Angst zu haben, wenn deine Zukunft von dir nicht abhängt?

Mir war nie angst und bange. Ich fühlte Verzweiflung, Hilflosigkeit, Ausweglosigkeit, Niedergeschlagenheit, Unruhe, Enttäuschung, Ausgebranntsein, aber weder die Politik noch der Aktivismus flößten mir jemals Angst ein. Angst hatte ich nicht, als nachts zu mir bewaffnete Banditen eindrangen, die mir mit Gefängnis drohten. Sie wollten mir Schrecken einjagen, aber das wirkte nicht. Ich scherzte und lachte, denn ich wusste: wenn ich aufhöre zu lächeln, verliere ich.

Als ich mit diesen Banditen in ihrem schwarzen Wagen nach Moskau fuhr, dachte ich, dass es womöglich das letzte Morgenlicht sei, das ich für lange Jahre sehe. Ich dachte an meinen Vater, den ich zum ersten Makl weinend gesehen hatte, an Mama, die mir ins Ohr flüsterte: „ Gesteh es nicht“, den Bruder, der zu mir auf die Datscha gelaufen kam, an Igor, der auf dem Boden lag und die Fragen der Ermittler ignorierte. Mir war traurig und weh zumute, aber ich fürchtete mich nicht.

Ich hatte keine Angst, als man mich in die Isolierzelle warf. Ich war besorgt wegen Igor, las wieder und wieder die Briefe der Freunde,

mein Schicksal aber beunruhigte mich am wenigsten. Das ist sehr seltsam, vielleicht ist es ein Schutzmechanismus, - aber seitdem hatte ich nicht ein einziges Mal mehr Angst.

Ich erinnere mich gut daran, wie ich zu der Aktion fuhr und mir dabei versprach, dass es die letzte in meiner Aktivistenkarriere sein würde, dass ich mich nun davon zurückziehe und mich meinen Studien widmen werde. Ich war aufgeregt und stellte mir vor, wie das ablaufen würde, Angst aber hatte ich nicht. Und selbst beim Studium des Straf- und Verwaltungsrechts, aller Vorläufer ähnlicher Aktionen, hatte ich keine Angst. Diese Nacht war wunderschön, und ich begriff, dass es womöglich meine letzte Nacht in Freiheit sein würde, das jedoch schreckte mich nicht.

Seit der Durchsuchung aber, seit den vergangenen neun Monaten, empfinde ich permanente Angst. Seit jener Nacht in der Isolierzelle schlief ich niemals mehr normal. Jede Nacht wache ich auf von irgendeinem Geräusch, immer lausche ich irgendwelchen Schritten im Korridor und mich erfasst Panik vom Geräusch des Schotters unter den Autorädern hinter dem Fenster.

Und mir scheint, dass der gesamte Schrecken, der sich in den vergangenen 9 Monaten in mir angesammelt hat, sich nun in diesem Schlusswort konzentriere, weil öffentliche Auftritte mir mehr Furcht einflößen als das Urteil. Mein Puls ist jetzt auf 150 Schläge in der Minute gestiegen, das Herz rast, und eine Gänsehaut überläuft den ganzen Körper.

Jemand sagt, es sei unmöglich, Angst zu haben, wenn du weißt, dass Du Recht hast. Russland aber lehrt uns, permanent Angst zu haben. Das Land, das jeden Tag versucht, uns umzubringen. Aber wenn du dich außerhalb des Systems befindest, so bist du sowieso schon so gut wie tot.

Und, vielleicht, hatte ich trotzdem Angst, als ich zu der Aktion fuhr. Aber ich hatte begriffen, dass ich nicht anders kann. Ich hatte begriffen, dass es anders nicht geht. Dass ich, wenn ich jetzt schweige, mich nie mehr rechtfertigen können werde. Wenn mich meine Kinder fragen werden, wo ich war, als solches geschah, wie konnte ich es geschehen lassen und was tat ich, um etwas zu verbessern – nichts werde ich ihnen antworten können. Was werde ich sagen? Ich stand Wache beim FSB? Das ist lächerlich. Ein freundlicher Selbstbetrug, den ich mir nicht erlaben durfte.

Aber was ist mit Ihren Kindern? Wenn sie Sie fragen werden, wo Sie waren, als dies passierte, was werden Sie ihnen antworten? Sie hätten Anklagen ausgesprochen?

Natürlich, ich war bei der Aktion. Ich bedaure es nicht, und mehr noch: ich bin stolz auf meine Tat. Tatsächlich aber hatte ich keine Wahl, und ich musste alles tun, was ich tun konnte, und deshalb habe ich kein Recht, es zu bedauern. Und wenn ich zurückkehren könnte in die Vergangenheit, ich täte es abermals. Falls mir dafür die Todesstrafe drohte, ich täte es abermals. Ich täte es wieder und wieder, ein ums andere Mal, bis es etwas auslöst. Man sagt, die Wiederholung ein und derselben Handlung in der Erwartung eines anderen Resultates – das sei Wahnsinn. Es kann sein, dass Hoffnung – Verrücktheit ist. Aber Dinge zu unterlassen, die du für richtig hältst, wenn alle ringsherum sie für nutzlos erachten, das ist erlernte Hilflosigkeit. Und es ist besser, in ihren Augen verrückt zu sein als in meinen hilflos.

 

Über Größe

Die Vertreter der „Neuen Größe“ sagten mir an diesem Sonntag, dass es nicht vergeblich gewesen sei. Dass es ihnen Hoffnung gemacht habe. Dass es ihnen nicht egal sei. Und wenn dies auch nur die halbe Wahrheit ist, dann heißt das, dass es in der Tat so ist. Falls irgendjemandem hinter Gittern leichter wird dadurch, dann heißt es, es war nicht vergeblich.

Es heißt, dass ich nicht das Recht habe, zu bedauern, dass ich selber hinter Gittern sitzen werde.

Maslov selber sah die Plakate, die ihm galten. Krasnov selber forderte für uns den Prozess. Das heißt, mein Aufruf wurde angenommen. Das heißt, man hat mich gehört. Das heißt, es war nicht vergeblich.

Meinen eigenen Anteil an der Aktion nicht zu gestehen, das wäre nicht nur prinzipienlos. Es würde alle meine Anstrengungen annullieren, alle Schrecken und Leiden, alles Erreichte, all meinen Schmerz und meinen Zorn. Ich kann mir die Prinzipienlosigkeit nicht erlauben, die sich mein Ermittler und der Staatsanwalt erlauben. Unser Ermittler brüstete sich in seinem Kabinett so mit seiner Prinzipientreue, damit, dass er die Dinge unterbunden hat, die sinnlos gewesen seien, aber im Gerichtssaal zog er feige den Schwanz ein, murmelte unverständlich etwas über Begründungen, die nicht entfielen, und ich bedaure sehr, dass ich ihn nicht mehr sehe und ihm nicht ins Gesicht sagen kann, wie sehr ich ihn verachte. Unsere junge Staatsanwältin, zu jung für Heuchelei und Lüge, verachte ich ebenfalls. Sie nicht zu verachten, ist unmöglich, und ich verstehe nicht, wie Sie sich selber nicht verachten, wenn Sie Ihren Nächsten in die Augen sehen.

Und Sie auch. Wenn Sie die vorsorgliche U-Haft verlängern, die Eingaben der Verteidigung ablehnen und die Fälschungen ertragen, die Ihnen die Staatsanwaltschaft zuschiebt, verstehen Sie sehr gut, welch ein Verbrechen Sie begehen, und es werden Ihnen Ihre Handlungen bewusster als in jener schicksalhaften Nacht. Wenn Sie mir verbieten, mich auszutauschen mit dem wichtigsten Menschen meines Lebens, wissen Sie genau, was Sie tun. Sie halten es für human, jemanden zu verfolgen, der sich zur falschen Zeit am falschen Ort mit den falschen Leuten unterhielt.

Sie meinen, Sie können einen Prozess anstrengen gegen einen Menschen nur, weil ich ihn liebe, und mir dann zu verbieten zu lieben, das können Sie nicht. Sie können mir nicht verbieten zu lieben, Sie können mir nicht meine Jugend verbieten, und Sie werden niemals die Freiheit verbieten können. Sie werden nicht die Wahrheit verbieten können.

Und Sie sehen selber sehr gut, dass dieser Prozess für Sie eine größere Wende bedeutet als für mich. Denn ich habe vor langer Zeit meine Wahl getroffen, und nun steht Ihnen bevor, zu entscheiden, welche Richtung Ihr ganzes weiteres Leben einschlagen wird. Mir bedeuten weder diese Debatten noch die öffentliche Urteilsverkündigung nichts und sie entscheiden nichts. Dieses Urteil sprechen Sie nicht über mich – sondern über sich selber.

Von innen sieht ein faschistisches Regime niemals faschistisch aus. Es scheint, als seien es kleinliche Zensurmaßnahmen, irgendwelche punktuelle Repressionen, die Euch nicht tangieren. Heute aber bin nicht ich die Angeklagte. Heute entscheiden Sie nicht mein, sondern Ihr Schicksal, und Sie haben noch die Chance, den richtigen weg zu wählen. Denn Sie können sich nicht weiter betrügen. Sie wissen, was hier geschieht und wie man es benennt. Und Sie kennen Unterschied zwischen Gut und Böse, Freiheit und Faschismus, Liebe und Hass, und die Existenz der beiden Seiten zu verleugnen, das wäre der größte Betrug. Und die, die heute die Seite des Bösen wählen, haben vorzeitig den Platz auf der Anklagebank gewählt. Alle, die Anteil haben an dieser Verwischung der Grenzen, erwartet Den Haag.

Ich verspreche nicht, dass wir morgen siegen werden, übermorgen, in einem Jahr oder in 10 Jahren. Irgendwann aber werden wir siegen, weil Liebe und Jugend immer die Oberhand behalten werden. Ich verspreche nicht, dass ich das erlebe, aber ich hoffe sehr, dass Sie es erleben.

Und Sie alle betrügen sich selber, wenn Sie behaupten, ich stünde hier wegen der Aktion bei der Generalstaatsanwaltschaft. Sie betrügen sich selber, wenn Sie die mit Neonlicht beleuchtete Überschrift über den ganzen Prozess ignorieren: „Ein politischer Auftrag“ – ein Prozess nicht über uns, sondern über den gesunden Menschenverstand. Sie wissen, warum ich hier bin. Und Sie wissen, warum diese beiden hier sind – weil sie meine Freunde sind. Sie wissen, warum man mir hier den Prozess macht. Für die Verlesung der Verfassung. Dafür, dass man mich zum Menschen des Jahres ernannt hat. Für Prinzipien. Für Auftritte. Vielleicht könnte mir sogar klare politische Auftrag schmeicheln, wenn hier nicht jedermann repressiert würde, der eine eigene Meinung vertritt.

Alle Argumente der Staatsanwaltschaft versuchen, meinen Anteil an der Tat zu beweisen. Ich werde mich nicht länger damit beschäftigen, dass sie selbst das nicht professionell zu tun vermögen, in den Materialien des Prozesses befindet sich eine gefälschte daktyloskopische Expertise – aber es gab keinerlei Farbspuren auf meiner Kleidung. Und dies haben Sie selber gesehen bei der Recherche der Corpus delicti. Die Anklage benötigte 9 Monate für den Beweis meiner Beteiligung, die ich selber nicht leugne. Aber welche Beziehung hat diese Beteiligung zu dem Prozess, der sinnlos ist? Welchen Unterschied macht es, ob ich dabei war oder nicht, wenn es kein Verbrechen gibt? Allerdings, ein wenig lügen wir, wenn wir behaupten, es gebe kein Verbrechen. Denn es gibt ein Verbrechen, und verübt wurde es von der Ermittlung und der Staatsanwaltschaft.

Und ich hoffe sehr, dass Sie, Herr Richter, nicht dasselbe Verbrechen begehen.

Gerade deshalb bestehe ich auf einer vollständigen und bedingungslosen Freisprechung, ohne irgendwelche unvollständigen Maßnahmen in der Art von Abkürzungen der Strafzumessung. Ich bin überzeugt von meiner Unschuld und bereit, diese kompromisslos zu verteidigen.

Wir alle begreifen die Absurdität dieses Prozesses: angefangen von der U-Haft bis zu den von der Verteidigung bewiesenen Fälschungen. Aber der Grundwiderspruch besteht nicht darin. Er liegt darin, dass die Anklage bzw. etliche Zeugen und Experten große Aufmerksamkeit unserem Alter widmen, dass unserem Verhalten jugendlicher Maximalismus zugrunde liege. In Wahrheit aber ist jeder von uns erwachsener als jeder beliebige von Euch. Um vieles erwachsener als Krasnov, der – wie Dmitrij bemerkte – auf kindische Weise beleidigt war von unseren Plakaten.

Die Wahrheit liegt darin, dass es mir schwer fällt zu sprechen, ich tue es dennoch, und ich werde mehr und aufrichtiger sprechen als jeder von Euch. Um einiges mehr und wahrhaftiger als Ihr, denn Ihr habt kein Stimmrecht. Die Wahrheit liegt darin, dass mit dem Verbot bestimmter Handlungen und mit dem Ende der Einschränkung unsrer Freiheit im Gefängnis oder im Gerichtssaal, mit Handschellen und strengem Regime, ist jeder von uns weitaus freier als jeder von Euch, denn diese 3 Jahre werden zu Ende gehen, und auch vorher bereits werde ich weiterhin sagen, was ich denke, und tun, was ich für richtig halte, aber Sie können sich das nicht erlauben.

Wissen Sie, die vergangenen 9 Monate waren sehr schwer, und ich möchte sie nicht noch einmal erleben. Ständig habe ich etwas bereut und gedacht: „ Was wäre, wenn . . .“ oder „Aber alles könnte anders gewesen sein . . .“ Aber ich habe mich selber betrogen, denn anders konnte es nicht sein. Weil von dem Moment an, in dem ich die Verfassung in die Hand nahm, meine Zukunft bereits vorherbestimmt war, und beherzt nahm ich sie an. Ich traf die richtige Wahl, aber die richtige Wahl in einem totalitären Staat zieht immer schreckliche Konsequenzen nach sich.

Ich wusste immer, dass man mich einsperren wird, wann – das war nur eine Frage der Zeit. In dem Buch des Markus Zusak, das ich lese, über das Leben in einem faschistischen Regime, gibt es diesen Satz: “ Erkennt an, dass es Pech ist, aber Ihr wusstet es die ganze Zeit, dass es so kommen würde.“ Und dieser Satz beschreibt idealiter meine Strafsache. Das ist keine Dummheit, kein Pech, keine Zufälligkeit, und noch mehr kein Verbrechen. Ich wusste immer, dass es so kommen würde, und immer war ich bereit dazu. Sie können mich nicht überraschen.

Mein Anwalt sprach immer von Sophie Scholl, und ihre Geschichte ähnelt der meinen verblüffend. Man verurteilte sie wegen Flugblättern und Graffiti – mich wegen Plakaten und Farbe. Gewiss, in Wahrheit, verurteilt man uns beide wegen Gedankenverbrechen. Mein Prozess ähnelt sehr dem der Sophie, und das heutige Russland ähnelt sehr dem faschistischen Deutschland. Selbst vor der Guillotine widerrief Sophie ihre Überzeugungen nicht, und ihr Beispiel inspirierte mich, dem Abbruch der Aktion nicht zuzustimmen. Sophie Scholl ist die Verkörperung der Jugend, der Aufrichtigkeit und der Freiheit, und ich hoffe sehr, dass ich ihr darin ähnlich bin.

 

Über das Licht

Ich möchte mein Schlusswort beenden mit Zitaten zweier bemerkenswerter Leute: Albus Dumbledore und Sophie Scholl. Ich habe heute zuviel über Angst gesprochen, daher lasse ich die beiden über das Licht sprechen. (…)

Albus Dumbledore sagte zur Zeit des Krieges: „Das Glück kann man selbst in den allerdunkelsten Zeiten finden, wenn man nicht vergisst, sich dem Licht zuzuwenden.“

Die letzten Worte Sophie Scholls vor der Hinrichtung: „Die Sonne scheint noch.“

In der Tat: die Sonne scheint noch. Durch das Fenster der Isolierzelle sah ich sie nicht, wusste aber immer, dass sie da ist. Und wenn wir nun, in diesen dunklen Zeiten, dem Licht zuwenden können, nun ja, vielleicht bringt es uns den Sieg näher.

 

(Übersetzung: BHilf, 11.5.21)


Neue Übermalung des Wandbildes und Anbringung einer Informationstafel. (Stand 11. Februar 2019)


06.02.2019

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neue Westfälische vom 10. Januar 2019
Texte und Fotos aus der Neuen Westfälischen sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion." (www.nw.de)


06.02.2019

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Westfalenblatt vom 2. Januar 2019
Texte und Fotos aus dem Westfalenblatt sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion." (www.westfalen-blatt.de)


06.02.2019

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Neue Westfälische vom 15. November 2018
Texte und Fotos aus der Neuen Westfälischen sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion." (www.nw.de)

 


Neue Westfälische vom 28. Dezember 2018
Texte und Fotos aus der Neuen Westfälischen sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion." (www.nw.de)

 

25.12.2018

Westfalenblatt vom 21.Dezember 2018
Texte und Fotos aus dem Westfalenblatt sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion." (www.westfalen-blatt.de)


Die Räume von "MaMy" vor und nach der Renovierung. (Tatjana Tscherneva links mit Pinsel)


04.12.2018

20.12.2018

12.12.18 Von Dmitrij Astaschkin

 

Das Nowgoroder Projekt „MaMy“ erhält den Nationalpreis „Bürgerinitiative“

 

Gestern, am 11. Dezember, wurde in Moskau die Siegerehrung für die Nationalpreise „Bürgerinitiative“ gefeiert. In der Nominierung für die „Familie der Zukunft“ siegte das Programm „MaMy“ aus Welikij Nowgorod. Seine Leiterin Tatjana Tscherneva nahm aus der Hand der Sängerin Alsa die Figur „Der Goldene Keim“ und das Zertifikat über 200.000 Rubel entgegen.

 

Die Dankesrede der Tatjana Tscherneva begann mit Tränen der Aufregung, aber dann wandte sie sich direkt an den anwesenden Leiter des Rechnungshofes der Russischen Föderation Alexej Kudrin. „Als wir Vladimir Vladimirovitsch (Putin) von dem Projekt erzählten, sagte er: „Jetzt weiß ich, dass es solche Mütter gibt.“ Die lauten Stimmen in den sozialen Netzwerken reagierten: „Wir sind die Mütter, von deren Existenz der Präsident nun weiß.“ Jetzt werden sie die Mütter sein, die auch Sie kennen.“

„Es sind sehr starke Frauen, die sich nicht unterkriegen ließen. Und weiter kämpfen für das Leben ihrer Kinder und das eigene. Denn sie sind jung und gezwungen, zuhause zu sitzen. Unser Projekt zielt darauf ab, sie aus dem Haus zu lassen, damit sie ein aktiver Teil der Gesellschaft sein können. Ich bedanke mich für diese Auszeichnung. Unsere Mütter werden verrückt werden vor Freude darüber, dass Sie uns dieses Geschenk machen, denn sie lieben alle Ihre Kunst. Ich danke auch Inna Gomez und Alexej Jagudin, die sich bereit erklärt haben, heute hier für Sveta eine Video-Aufzeichnung zu machen . . . sie hat morgen Geburtstag, gemeinsam mit ihrem Sohn Aljoscha haben sie einen Gehirntumor besiegt. Morgen werden wir diese Anerkennung in der Gruppe in unserer Stiftung auslegen. Alle sollen sich mitfreuen.

Unser Motto lautet: Wir machen das Unmögliche möglich. Zusammen mit Ihnen, alle zusammen, machen wir das – vielen, vielen Dank!“

 

(Übers. : BHilf)


Westfalenblatt vom 30. November 2018
Texte und Fotos aus dem Westfalenblatt sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion." (www.westfalen-blatt.de)


04.12.2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Westfalenblatt vom 30. November 2018
Texte und Fotos aus dem Westfalenblatt sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion." (www.westfalen-blatt.de)

 24.11.2018

 

Hospitation Tatjana Tscherneva in Bethel

 

 

 

 

Vorne:
Beschäftigter in der Werkstatt „Eicheneck“

Dahinter: (v.l.n.r.)
Leja Salimova (Werkstatt Eicheneck), Andreas Nöh (proWerk in Bethel), Brunhild Hilf (Kuratorium), Frau Gonsior (Werkstatt Eicheneck), Tobias Borth (proWerk in Bethel), Tatjana Tscherneva

 


Das Unmögliche möglich machen – Besuch aus Russland in Bethel

Können behinderte Menschen erfolgreich aus ihrer häuslichen Familiensituation heraus- und einem Leben in Gemeinschaft mit anderen arbeitenden Menschen zugeführt werden ? Davon träumt Tatjana Tscherneva in Welikij Nowgorod seit langem, und die von Bodelschwinghschen Stiftungen erproben dies tagein tagaus – jetzt fanden sie zueinander.

Vor einem Jahr erhielt Tatjana Tscherneva persönlich aus Wladimir Putins Hand in Moskau den ersten Preis in einem Wettbewerb für familienunterstützende Hilfen: ihr Nowgoroder Projekt „Wir Mütter“, das Müttern mit behinderten Kindern neue Perspektiven eröffnet, wurde mit 200.000 Rubeln (umgerechnet etwa 25.000,- €) bedacht. Und Frau Salimova, eine Mitarbeiterin der Betheler Werkstatt „Eicheneck“, lernte russische Teilnehmer bei den bethel athletics 2018 kennen und entwickelte daher die Idee einer Kooperation zwischen Bethel, Welikij Nowgorod und dem Kuratorium Städtepartnerschaft Bielefeld – W. Nowgorod e.V. .

Nun lud das Kuratorium Frau Tscherneva nach Bielefeld ein, und Herr Nöh vom Stiftungsbereich proWerk arbeitete einen detaillierten Hospitationsplan aus:

Im Dankort, beim Inklusionsexperten in der Brockensammlung, im Berufsbildungswerk, in den Werkstätten „Eicheneck“, Kracks und Brokstraße, im Bildungszentrum Schopf – überall begegnete Frau Tscherneva engagierten Mitarbeitern, die sich Zeit nahmen, das jeweilige Konzept der Einrichtung zu erläutern und anschließend bei einem Rundgang die Realität des Arbeitens zu zeigen. Frau Tscherneva ist beeindruckt: „Das Ergebnis meines Besuches in Bielefeld-Bethel ist die Überzeugung, dass es unsere Köpfe sind, die Behinderungen sehen, sie sind überwindbar, Einschränkungen, Grenzen können durch genaue Beobachtung, durch Geduld und Phantasie überwunden werden – und unsere Welt wird auf diesem Wege menschenfreundlicher!“

Brunhild Hilf

Kuratorium Städtepartnerschaft Bielefeld – Welikij Nowgorod e.V.


02.10.2018

Rede im Rathaus in W. Nowgorod am 03.09.2018

 

In zwei Wochen werden im Auswärtigen Amt in Berlin 30 deutsch-russische Partnerstädte dafür ausgezeichnet, dass sie im nun abgelaufenen „deutsch-russischen Jahr“ erfolgreiche Projekte miteinander haben durchführen können.

Darunter sind auch Bielefeld und W. Nowgorod.

Darüber freuen wir uns, denn es beweist, dass unsere Länder nicht so weit voneinander entfernt sind, wie es uns die hohe Politik und unsere Massenmedien bisweilen zu zeigen versuchen.

Diese Projekte entwerfen und gestalten konkrete Menschen, Bürger, Volksdiplomatie – das ist Sache der Bürger.

Unser Kuratorium geht ebenfalls auf eine Initiative von Bürgern zurück, ohne uns gäbe es diese Städtepartnerschaft nicht; und wir freuen uns darüber, dass wir immer wieder in Ihrer Stadt Bürger trafen, die Ideen hatten, welche Projekte sich just mit Bielefeldern verwirklichen lassen.

Im Juni dieses Jahres gab es eine schöne Zusammenarbeit des Theaters Bielefeld mit der Universität in W. Nowgorod. Hier trafen wir uns nun erneut mit Lehrenden und Studierenden, und wir sind überzeugt, dass unsere Kooperation von Dauer sein wird : diese Tradition ist lang und unzerstörbar!

Ich möchte jetzt weitere Kooperationsprojekte nennen:

In ihrer Stadt leben junge Menschen, die ihre Stadt lieben und sich darum kümmern, sie weiter zu entwickeln, ja, eigene Initiativen entfalten für diese Weiterentwicklung.

Ich denke dabei an die Initiativen „Novyj gorod“ („Neue Stadt“) und „Zvezdnyj port“ („Sternenhafen“). „Ich glaube daran, dass man das Unmögliche möglich machen kann“ – so ihr Motto.

Die jungen Menschen von „Novyj gorod“ haben mit staunenswertem Enthusiasmus Dinge vorangetrieben, die Welikij Nowgorod sozialer und ökologischer machen werden. Und ihr Erfolg ist so groß, dass nunmehr zwei von ihnen in der Verwaltung der Stadt mitarbeiten und als Experten gern hinzugezogen werden, wenn es um neue Planungen geht. Wir gratulieren Ihnen von ganzem Herzen zu dieser Jugend in Ihrer Stadt !

Die andere Initiative – das ist der Sternenhafen. Selbst Vladimir Vladimirovitsch Putin verlieh ihnen einen Orden für ihr Projekt mit Müttern behinderter Kinder. In Bielefeld sind wir stolz darauf, dass es im Zentrum unserer Stadt einen Stadtteil gibt, in dem kranke Menschen ihren naturgegebenen Anspruch auf ein Leben in Würde verwirklichen können. Der alte Name dieses Ortsteils Bethel bedeutet „Haus Gottes“.

Hier entstand die Idee einer Kooperation mit dem Nowgoroder Sternenhafen.

Während einer Schiff-Fahrt gestern auf dem Wolchow haben wir genauere Einzelheiten dazu besprochen. Und wir sind überzeugt davon, dass dieses Projekt segensreich sein wird für junge Menschen, deren Start ins Leben sich nicht so vielversprechend gestalten konnte wie bei der Mehrzahl von uns allen.

 

Vielen Dank für diesen würdigen Empfang im Rathaus der Stadt Welikij Nowgorod!

 

Brunhild Hilf


10.09.2018

Programm der Kuratoriumsreise nach Welikij Nowgorod und St. Petersburg 29.8. – 5.9. 2018

(Kurzfassung)

 

29.8. – 5.9.

Welikij Nowgorod: Übernachtung im Hotel Akron (in der Nähe des Kreml)

 

Touristisches:

Bauernhausmuseum, Jurjew-Kloster, Kirche in Antonovo

Stadtrundgang Kreml: Sophienkathedrale (Bild 1), Ikonen-Museum,

Handelsseite: Erlöserkirche

Kloster Vjazhischtschskij

Fahrt nach Staraja Russa ( Dostojewskij-Haus u.a.) (Bild 7-8)

 

Kulturprogramm:

Rachmaninov-Konzert im Zentrum „Dialog“, „Probe“ des Beljaev-Orchesters (Bild 5-6), Lehrerchor
Deutscher Soldatenfriedhof beim Ilmensee (Bild 9-10)

 

Bildungsinstitutionen:

Empfang in der Universität, im Gymnasium „Harmonie“ (EU-Klasse !),
Besuch auf dem Schiff „Gospodin Velikij Nowgorod“ des KJuM

Empfang durch den Bürgermeister im Großen Ratssaal – anwesend: (Bild 2-4)
Vertreter der Bildung in der Verwaltung, Dr. Michail Pevzner, Konstantin Chivritsch u.a.

 

Partnerschaftliches:

Wolchowfahrt mit Gästen, darunter vielen Kindern

 

5.9. – 8.9.

St.Petersburg: Übernachtung im Nevskij Grand Hotel in der B. Konnjuschenaja 10

 

Touristisches:

Bootsfahrt, Stadtrundfahrt, Besichtigung der Eremitage,
des Großen Palastes und der Parkanlage von Peterhof

 

Kulturprogramm:

„Schwanensee“

 



24.10.2018

Im Oktober 2018 wurde nach Dezember 2017 und August 2018 das Wandbild, das anlässlich des 30jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Bielefed - Welikij Novgorod mit Künstlern aus W. N. und Bielefeld entstanden ist, zum 3. Mal übersprayt. Das Kuratorium hat - auch aus finanziellen Gründen - entschieden, das es keine weitere Reinigung und Wiederherstellung des Wandbilds geben soll. Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch in Zukunft erneut eine Beschädigung erfolgen wird.

Leider ist wohl  eine Video-Überwachung des Wandbilds aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Nur unter dieser Voraussetzung könnte ein Erhalt evtl. möglich sein.

22.08.2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neue Westfälische vom 21. August 2018
Texte und Fotos aus der Neuen Westfälischen sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion." (www.nw.de)


03.07.2018

 

 

 

 

 

 

WESTFALEN-BLATT vom 2. Juli 2018

Texte und Fotos aus dem Westfalen-Blatt sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion." (www.westfalen-blatt.de)


03.07.2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neue Westfälische vom 2. Juli 2018
Texte und Fotos aus der Neuen Westfälischen sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion." (www.nw.de)