03.01.2018

Diesjährige Jahreshauptversammlung mit Wahl ist am:

20. Februar 2018, 20 Uhr in der VHS

 

Bitte merken Sie sich diesen Termin vor.

 


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31.12.2017

Begleitveranstaltung zu der Ausstellung

VEIT METTE „Bilder aus Welikij Nowgorod“

am Dienstag, dem 9. Januar 2018 im Historischen Museum um 19 Uhr

S. Carola Kahler und Manfred Sewekow: Was tun mit der Geschichte?

Formen des historischen Erinnerns in Russland und Deutschland

 

Wir haben eine gemeinsame Geschichte mit Russland, erinnern uns daran aber auf ganz andere Art und Weise als die russischen Bürger und der russische Staat.

Die Fotos Veit Mettes irritieren, indem sie diese Andersartigkeit des russischen Umgangs mit der eigenen Geschichte zeigen.

Der Vortrag wird einen Überblick sowie Deutungsansätze zu geben versuchen.

 

 

Am Mittwoch, dem 24. Januar 2018 im Historischen Museum um 19 Uhr

Prof. Dr. Gisela Diewald-Kerkmann (Historikerin, Universität Bielefeld):

Ziele und Wirkungsgeschichte des Rechtsradikalismus in Russland

 

Die großen Feierlichkeiten alljährlich am 9. Mai, dem Tag des Sieges über Deutschland, sind geprägt von Siegerstolz und Patriotismus, aber auch von Zeichen eines Rechtsradikalismus, der uns auf den Fotos Veit Mettes befremdet.
Der Vortrag wird diese Erscheinungen beschreiben und aus dem historischen Zusammenhang heraus erklären.

 

 

Herzliche Einladung!

Der Eintritt ist kostenlos.

 

Brunhild Hilf

Kuratorium Städtepartnerschaft Bielefeld – Welikij Nowgorod.e.V.



27.12.2016


16.12.2017

Samstag / Sonntag  9. / 10. Dezember 2017


Historisches Museum Bielefeld:

Einführung in die Foto-Ausstellung Veit Mettes

 

Unser Dank geht an Herrn Dr. Stratmann für die Ermöglichung dieser Foto-Ausstellung und an Veit Mette, dessen Fotos dieses Jahr des 30. Geburtstags der offiziellen Städtepartnerschaft mit Welikij Nowgorod (WN) begleitet haben.

 

Die Geschichte dieser Fotos geht zurück auf den Besuch einer Gruppe junger Leute aus W. Nowgorod hier im Jahre 2015, die sich für soziale und ökologische Stadterneuerung bei sich zuhause einsetzen. Damals sprachen sie an Veit Mette die Einladung aus, seine Bielefeld-Bilder einer offenen und kommunikativen Stadt in WN zu zeigen.

 

1. Und die Stadt selber war einladend, als wir Anfang Mai 2016 dort waren: das Wetter gestattete den Bürgern, die Feier- und Brückentage vom 1. – 9. Mai draußen zu feiern – mit Picknicks, Tanz, Baden, Sonnenbaden . . . .

Neben der Parade der Sonnenanbeter porträtierte Veit Mette den Gedenkzug „Das unsterbliche Regiment“ : Tausende Bürger WN `s gedenken in einem kilometerlangen Umzug gefallener und verstorbener Angehöriger alljährlich am 9. Mai, dem Tag des Sieges: sie umrunden den Kreml und legen Blumen nieder am Ewigen Feuer an der inneren Kreml-Mauer.

 

Der Name des Umzuges verweist auf die ungebrochene militärische Traditionslinie – dies zeigen auch die Begleiterscheinungen dieser Festivität : unübersehbar ist die Menge militärischer Symbole und Requisiten, die auch Kinderspielzeug mit einbeziehen – Zeichen eines Stolzes auf die Verteidiger des eigenen Vaterlandes, einer patriotischen Haltung, die bis zum Chauvinismus und reaktionärem Neonazismus reicht.

Wir werden im Januar in Vortragsveranstaltungen auf diese für uns problematischen Themen eingehen.

 

Historiker beobachten derzeit geschichtspolitisch eine deutlich größere Beachtung des 9. Mais im Gegensatz zur Erinnerung an die jetzt fällige 100 Jahr-Feier der Russischen Revolution: ein seltsames Beschweigen ist festzustellen in der Russischen Föderation im Gegensatz zu anderen europäischen Großstädten: Furcht vor Chaos, vor Gewalt, die mit der Erinnerung an die Revolution verbunden sind, aber auch vor kritischen, möglicherweise rebellischen Erscheinungen in der aktuellen russischen Gesellschaft scheinen die Gründe dafür zu sein.

 

Veit Mettes Kamera-Auge nimmt unsere Irritation angesichts der Begleiterscheinungen am Tag des Sieges auf : kommentierend – ironisierend – nimmt Kollisionen in Kauf, die eine pathetische Szenerie der Lächerlichkeit preisgeben.

Und er porträtiert eine Jugend, die unbekümmert eigene Wege geht, gar die Welt auf den Kopf stellt: was wird von ihr zu erwarten sein?

 

Der 2. Teil der Ausstellung veröffentlicht Porträts von Kindern und Jugendlichen in einem Kinderheim, in vielen Fällen aufgegeben, verlassen von ihren Angehörigen: es ist in Russland einigermaßen unüblich, dass man so kranke Menschen fotografieren darf. Aber langjährige Beziehungen zu dieser Einrichtung öffneten uns die Türen dorthin. Mit dem Gehaltscent der Stadt Bielefeld finanzierte das Heim vor kurzem Mikrophone und eine Musikanlage, mit der die behinderten Bewohner sich einen lang gehegten Wunsch erfüllen: nach sehr kurzer Zeit des Ausprobierens der neuen Technik erhielten wir Videos, in denen die Bewohner sich als singende Stars auf großer Bühne zeigen: da sind sie mal „wer“!

 

Nun laden wir Sie ein, selber zu schauen – in Kontakt zu treten mit unseren Brüdern und Schwestern in der Partnerstadt, in einem uns fremder werdenden Land, das in beunruhigender Weise seine Zugehörigkeit zu Europa, zu europäischen Werten zunehmend in Frage stellt.

 

Brunhild Hilf

6. November 2017


Das Kinderheim in Schimsk bei Welikij Nowgorod

 

Zur Zeit wohnen hier 64 Kinder und Jugendliche, außerdem 74 junge Menschen, die älter sind als 18 Jahre. Sie alle leiden an einer geistigen Behinderung und einige außerdem an schwersten körperlichen Einschränkungen. Viele unserer Bewohner hatten früher einmal Kinderlähmung. Einige von ihnen sind infolge ihrer sehr schweren Erkrankung ans Bett gefesselt, sie können ihre Gliedmaßen nicht selber bewegen. Und es gibt Kinder, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind.

 

Wir träumen davon, dass unsere Schützlinge irgendwann selbständig leben können, in Wohnungen, die der Staat für sie bereitstellt. Wir zeigen ihnen Grundlagen verschiedener Berufe und lehren sie Verhaltensregeln, zeigen ihnen, wie man sich Essen zubereitet, wie man sein Geld einteilt, wir haben auch mit richtiger Berufsausbildung begonnen.

Bis jetzt ist es aber keinem von ihnen möglich, selbständig zu leben. Daher bleiben sie auch nach dem Erreichen der Volljährigkeit in unserem Hause.

 

Ich kam vor vielen Jahren als ganz junger Mensch in dieses Heim und habe mittlerweile mein Leben mit dieser Einrichtung verbunden; aber eine Antwort darauf, warum ich mein Leben diesen Kindern und Jugendlichen widme, ist nicht einfach. Sie sind inzwischen ein Teil von mir, ich bin für jede und jeden von ihnen verantwortlich geworden. Sie alle haben ein Recht auf Liebe und brauchen diese Liebe, und so versuche ich, ihnen diese Liebe zu schenken – ihnen, die von frühester Kindheit an jegliche Unterstützung durch Angehörige entbehren, allein gelassen mit dem Schicksal einer sehr schweren Erkrankung.

 

Aleksandr Rybka

Direktor des Kinderheimes

September 2017

 


15.10.2017

Fotografien von Veit Mette mit Porträts von Bürgerinnen und Bürgern in Welikij Nowgorod werden vom

6. Dezember 2017 bis 28. Januar 2018 im Historischen Museum Bielefeld gezeigt.

 

Zur Eröffnung der Fotoausstellung am 6. Dezember 2017 um 18 Uhr

 

laden wir herzlich ein. Ein Begleitprogramm ist geplant.