 
24.
Jahrgang Nr.65 /November 2008
Einladung
zur öffentlichen Mitgliederversammlung
am Montag, dem 10. November 2008 um 20 Uhr
in Raum 240 der Ravensberger Spinnerei
(VHS) im Ravensberger Park 1
Sehr verehrte, liebe Freunde Welikij Nowgorods,
unser Interesse an der aktuellen
Entwicklung Russlands seit dem
Amtsantritt Medwedews ist durch die Kaukasus-Krise mächtig gewachsen: welchen
Einfluss
haben die aktuellen Veränderungen
auf das Projekt der Modernisierung Russlands, auf die Bildung einer
Zivilgesellschaft? Wie muss man sich die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene
künftig vorstellen?
Auf dem Hintergrund dieser
Fragestellungen habe ich
Frau Dr. Galina M. Michaleva
gewinnen können, uns einen Vortrag
zu halten und sich unseren Fragen zu öffnen.
Sie ist sowohl praktisch als auch
wissenschaftlich politisch tätig: zwischen der Forschungsstelle Osteuropa der
Universität Bremen und ihrer Tätigkeit in Moskau pendelt sie hin und her.
Wissenschaftlich hat sie sich – ausgehend von soziologischen Forschungen – mit
der Gender-Frage in der Politik, mit vergleichenden Analysen der
postsozialistischen Transformationsprozesse, mit der Bildung von Parteien, mit
verschiedenen Wahlsystemen und mit der Annäherung zwischen der Europäischen
Union und Russland beschäftigt.
Sie hat sich politisch in
Menschenrechtsfragen engagiert, bei Memorial und ist in verschiedenen
Kommissionen der sozialliberalen Partei „Jabloko“ tätig.
Ich gehe davon aus, dass wir einen
besonders interessanten Abend erleben werden und lade Sie alle herzlich dazu ein!
Brunhild Hilf
Jubiläums-Reise
Im Jahre 2009 feiert unsere
Partnerstadt ihr 1150-jähriges Jubiläum! Im Frühsommer lädt sie aus
diesem Anlass die „Hansetage“ zu sich ein und begeht den Stadtgeburtstag
festlich Mitte September. Da wir uns vorstellen können, dass die Bürger der
Partnerstädte gerne Gäste dieser Feierlichkeiten sein wollen, sind wir dabei,
eine Reise zu planen.
Termin der Reise: voraussichtlich
16. bis 26. 9., Dauer: zehn Tage, sieben davon in Welikij Nowgorod, drei in St.
Petersburg. Kosten: etwa 1.100,- €.
Die Teilnehmerliste ist
eröffnet!
Anmeldungen nehmen Kirsten
Hartmann und Dr. Michael Schräder entgegen.
Tamara Prudnikowa gestorben
Am 2. Juni 2008 im Krankenhaus in Welikij Nowgorod ist
Tamara Fjodorowna Prudnikowa, eine langjährige Partnerin der Freunde Nowgorods
in Bielefeld, im Alter von 68 Jahren nach einem Schlaganfall gestorben.
Über 40 Jahre lang war Tamara
Fjodorowna als Deutschdozentin in Nowgorod tätig, zunächst am damaligen
pädagogischen Institut, und seit der Gründung der Universität Nowgorod und des
Lehrstuhls für bilinguale Studien im Jahr 1993 dort. Tamara war schon im
Rentenalter, aber keinesfalls war sie Rentnerin - das konnte sie sich
finanziell nicht leisten, und dafür hatte sie zuviel Energie und zuviel
Interesse an jungen Leuten und an ihrer Tätigkeit als Vermittlerin der
deutschen Sprache. Um über die Runden zu kommen und um für ihre Tochter und
Enkelin in Sibirien zu sparen, "leistete sich" Tamara auch bis
zuletzt zwei Nebentätigkeiten - sie war Vertreterin für eine Kfz-Versicherung
und sie führte ausländische Touristen durch St. Petersburg - Welikij Nowgorod -
Moskau. Und dann noch ihr Garten, den sie eigenhändig buchstäblich aus dem
Nichts zum Blühen brachte, obwohl allein die Fahrt dorthin Stunden dauerte:
zunächst zwei Busfahrten, dann ein 30-minütiger Fußmarsch. Die Ernte musste
ebenfalls, auf dem umgekehrten Weg, nach Hause transportiert werden.
Tamaras größte Liebe und ihr größtes Engagement galt aber
dem "Chor des deutschen Liedes," den sie 1997 an ihrem Lehrstuhl
gründete. Der Chor diente pädagogischen Zwecken - Perfektionierung der
Aussprache, Bekanntschaft mit dem deutschen Kulturgut, Stärkung des Interesses
der Studierenden am Fach - aber auch der Verbreitung des Deutschen in den
Schulen des Nowgoroder Gebietes, wo er, wie auch an der Uni selbst, regelmäßig
auftrat. Wir in Bielefeld hatten gehofft, bei einem Besuch des Chores hier
dessen Repertoire an Liedern etwas aufzufrischen, der Besuch kam aber leider
nicht mehr zustande.
Der Lehrstuhl für bilinguale
Studien an der Fakultät für Psychologie und Pädagogik, und folglich Tamara
Prudnikowa selbst, war im Laufe von mehr als 10 Jahren der hauptsächliche
Austauschpartner des Oberstufen-Kollegs in Bielefeld. Und bei jedem Besuch hat
Tamara in ihrer gemütlichen Wohnung ein Zimmer für die Bielefelder Kolleginnen
und Kollegen frei gemacht, sie bekocht und behütet - und manchmal auch belehrt.
So wird sie uns in lieber Erinnerung bleiben.
Als uns Mitte Mai plötzlich die
Nachricht von ihrer schweren Erkrankung und ihrem Krankenhausaufenthalt
erreichte, stellten wir rasch Mittel für zusätzliche Pflege bereit, wohl
wissend, wie es um die Versorgung in russischen Krankenhäusern steht. Im
Sechsbettzimmer dort hielten ihre
Tochter und Enkelin Wache, und die Nachrichten waren ermutigend. Dennoch – am
2. Juni 2008 starb sie.
An der Beerdigung am 4. Juni
nahmen, laut dem Bericht der Lehrstuhlleiterin Elvira Kaminskaja, sehr viel
Leute nicht nur von der Universität teil. Bei einer Versammlung nach der
Beerdigung haben Frau Kaminskaja und andere Kolleginnen und Kollegen Tamaras
jahrzehntelanges Wirken am pädagogischen Institut und später an der Universität
Nowgorod gewürdigt.
Wasja Rotsel
EINLADUNG
25-jähriger
Geburtstag der Idee einer Partnerschaft mit Russland
Am 8.12.1983,
nachdem in den Herbstwochen davor viele Menschen hier auf die Straße gegangen
waren, um gegen die Aufstellung von Cruise missiles und Pershing-II-Raketen zu
demonstrieren, äußerte ein Teilnehmer eines kirchlichen Friedenskreises den Wunsch nach einer
Partnerschaft mit einer sowjetischen
Stadt: „Wenn wir mit den Menschen dort persönlich Freundschaft
schließen, werden wir nie wieder aufeinander schießen!“ Das leuchtete
vielen ein, etliche Monate später war das Kuratorium gegründet und im September 1987 die Städte-Partnerschaft
offiziell besiegelt.
An diese Anfänge unserer
Beziehungen zu Welikij Nowgorod wollen wir uns mithilfe von Menschen erinnern,
die damals dabei waren: Dieter Schwerdtfeger und Dietrich Becker
haben sich bereiterklärt, uns davon zu
erzählen. Vielen Dank im Voraus!
Da zu einer Gratulation
dazugehört, dass man dem Jubilar gute Wünsche für die nächsten Lebensjahre mit auf den Weg gibt, wollen wir
auch überlegen, was er braucht: was wir brauchen, die wir diese Partnerschaft
gestalten, wo wir stehen und wohin wir gehen wollen.
Ort der Feier ist das
Neustädter Gemeindehaus, dort wollen wir uns am 8.12.2008 ab 19 Uhr
treffen. Seien Sie uns herzlich willkommen! Gäste aus Welikij Nowgorod vom 23. bis 30. November 2008 in
Bielefeld
In der
letzten Novemberwoche werden 15 Gäste aus unserer Partnerstadt hierher zu
Besuch kommen. Zuhause unterrichten sie
Deutsch und Englisch an der "Volksuniversität", hier werden sie an
der VHS ihre Sprachkenntnisse erweitern.
Sie
sind im Alter von 22 bis 60 Jahren, können sich alle mit Englisch verständigen,
etliche auch mit Deutsch, es sind fast ausschließlich Frauen. Der Organisator
der Reise versicherte mir, dass alle kontaktfreudig und gesellig seien.
Vom 24.
bis 28.11. werden sie vormittags Unterricht haben, nachmittags werden sie Zeit
haben, selbständig und in kleinen Gruppen Bielefeld und Umgebung zu erkunden.
Die Gruppe reist im eigenen
Bus an, daher werden genauere An- und Abreisezeiten später bekannt gegeben.
Zwei Fahrer bringen sie hierher.
Wir
bitten Sie freundlich zu überlegen, ob Sie diese Gelegenheit, Menschen aus
unserer Partnerstadt kennen zu lernen, nutzen und jemandem von ihnen ein
Quartier anbieten möchten. Bitte sagen Sie uns dann Bescheid.
Möglichst
per E-Mail an KirstenHartmann@aol.com
oder Michael Schräder Schraeder-Bielefeld@t-online.de.
Wir
würden uns darüber freuen.
Wer zur
Übernachtung keine Gäste aufnehmen kann, aber die Gelegenheit zum Gespräch
nutzen möchte mit Menschen aus unserer Partnerstadt, die deutsch und/oder englisch
sprechen, darf gerne für einen der Abende eine Einladung aussprechen. So ein
Abend im privaten Rahmen ist für Gäste und Gastgeber etwas ganz Besonderes!
EU - Russland
- Beziehungen am Scheideweg ?
Unter dieser Fragestellung
erörtert Dr. Andreas Schockenhoff (MdB und
Russland-Spezialist) die Situation, die nach dem russischen Einmarsch in
Georgien entstanden ist. Seine Stellungnahme wurde uns vom BDWO zugeleitet, dem
Bund Deutscher Ost-West-Gesellschaften, in der wir Mitglied sind. Im letzten
(VII.) Abschnitt „Russlands Modernisierung – ein gemeinsames Anliegen“
untersucht er, welche Schritte die Zukunft Russlands befördern und behindern.
Seiner Ansicht nach haben Apathie
und Zynismus die UdSSR zu Fall gebracht, eine weitere Vernachlässigung seines
„Humankapitals“ könne es sich nicht leisten. Es brauche also innere Kohärenz
und Demokratisierung, Vertrauen auf Rechtsstaatlichkeit und freie Medien. Nur
so könne es dem anhaltenden Kapitalabfluss und der Emigration entgegenwirken
und seine immensen inneren Probleme lösen wie die der derzeitigen
demographischen Entwicklung und des wachsenden Wohlstandsgefälles, die Defizite
in der Gesundheit der Bevölkerung und in
der Ökologie, die wachsende Gewalt, Korruption und Xenophobie.
Dr. Schockenhoff baut auf die
Entwicklung einer Zivilgesellschaft von
unten, auf die rund 300.000 neu entstandenen Nichtregierungsorganisationen und
sieht hier die Aufgabe für uns, der wachsenden Wahrnehmungskluft zwischen
Russland und dem „Westen“ entgegenzuwirken. Ein breit angelegter Dialog über
gemeinsame Werte (wie die des
Europarates, auf die sich sowohl
die EU als auch Russland verpflichtet haben) sollte geführt werden.
B. Hilf
Rundbrief-Versand
Seit dem großen Kulturfestival
„Welikij Nowgoroder Tage in Bielefeld“ vor einem Jahr haben wir an alle die
regelmäßig unseren Rundbrief versandt, die damals Gastgeber waren für
die über 300 Gäste aus unserer Partnerstadt. Zusätzlich zu unserer Mitglieder-
und Interessenten-Kartei ist das eine mächtige Liste, die unser Budget
beansprucht. Wenn Sie zu diesem Kreis
gehören, möchten wir Sie hiermit freundlich bitten, uns mitzuteilen, ob Sie
den Rundbrief weiterhin empfangen möchten. Wenn Sie sich nicht bei uns
melden, gehen wir davon aus, dass Sie ihn künftig nicht mehr lesen möchten.
Vielen Dank!
Die Adressen unseres Vorstands
Karin Clasmeier,
Bossestr. 21, 33615 Bielefeld, Tel. 173 502 oder 9 216 325
Christel
Franzen, Kupferheide 39a, 33649 Bielefeld, Tel. 451 102
Eberhard Heyd,
Bodelschwinghstr. 87, 33647 Bielefeld, Tel. 412 233
Brunhild Hilf,
Schelpsheide 12, 33613 Bielefeld, Tel. 889 282
Kirsten
Hartmann, Huberstr. 24, 33607 Bielefeld, Tel. 1 369 528 oder 68 294 (Apotheke)
Werner Matthes,
Babenhauser Str. 30, 33619 Bielefeld, Tel. 892 364 (privat) oder 86 039 (8 – 17
Uhr)
William Rotsel,
Spandauer Allee 16, 33619 Bielefeld, Tel. 105 668
Ulrike von
Savigny, Auf der Hufe 23, 33613 Bielefeld,
Tel. 886 414
Michael
Schräder, Leiblstr. 99, 33615 Bielefeld, Tel. 882 909
Herausgeber: Kuratorium
Städtepartnerschaft Bielefeld – Welikij Nowgorod e. V.
Brunhild Hilf
- Schelpsheide 12 - 33613 Bielefeld
Redaktion:
Brunhild und Rebecca Hilf
Konto des Kuratoriums:
Sparkasse Bielefeld
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