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 Kuratorium Städtepartnerschaft Bielefeld - Welikij Nowgorod e. V.

 
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Welikij Novgoroder Tage

 24. Jahrgang                                                                                     Nr. 64 / Juni 2008


Einladung zur  Mitgliederversammlung
am  Montag, dem 2. Juni 2008 um 20 Uhr
im Raum 240 der Ravensberger Spinnerei (VHS) im Ravensberger Park 1


Verehrte, liebe Mitglieder und Freunde Welikij Nowgorods!

Unser Nachdenken über Russland, das uns neben der Pflege unserer freundschaftlichen Beziehungen und partnerschaftlichen Kontakte seit Jahren am Herzen liegt, wird uns am 2. Juni an dessen südliche Peripherie führen. Den Wandel, der im Moskauer Zentrum vor sich geht, wollen wir später wieder ins Auge fassen. Zur sommerlichen Mitgliederversammlung haben wir als Referenten zwei Slavisten eingeladen, die seit Jahrzehnten die Entwicklung in der (ehemaligen)  UdSSR beobachten:
    Gudrun und Karl Wolff aus Münster – sie als Historikerin und Slavistin und in den letzten Jahren führend im BDWO-Vorstand, er als Lyriker und Übersetzer russischer Literatur. Sie bereisten gemeinsam im Jahr 2007 drei Monate lang Georgien.
 
Georgien. Kaukasus-Republik im Wandel

Das Land, das als „Garten Gottes“ bezeichnet wird und einst die reichste Republik der Sowjetunion war, hat nach seiner Unabhängigkeitserklärung eine lange Phase der Instabilität mit Bürgerkrieg, Sezessionskonflikten in Abchasien und Süd-Ossetien und den Niedergang seiner Wirtschaft erlebt und befindet sich heute wie der gesamte Südkaukasus im Spannungsfeld zwischen amerikanischen und russischen Interessen. Die junge Demokratie hat sich für den Weg nach Europa entschieden, will in die NATO und in die EU. Schon heute flattert die Fahne der EU neben der georgischen Fahne.
Die Referenten berichten mit vielen Fotos nach einem dreimonatigen Studienaufenthalt vom Alltag in Georgien,  seiner Geschichte und Kultur, vom Wandel und von den Perspektiven, Problemen und Potentialen im gast -und deutschfreundlichen Land im Südkaukasus.

Wie immer können im Anschluss an den Vortrag, den Kostproben aus Karl Wolffs neuem Buch über Tbilissi ergänzen, Fragen gestellt werden zum Thema wie zu angrenzenden Fragen, also der Entwicklung in Russland und unseren partnerschaftlichen Beziehungen.

Ich freue mich auf einen anregenden Abend und heiße Sie herzlich willkommen!
(Brunhild Hilf)

Ein Haus, das die Herzen erwärmt

Unter diesem Titel stellte die Zeitung „Nowgoroder Nachrichten“ am 15.März
dieses Jahres das einzige Kinderheim für körperlich und geistig behinderte Kinder
vor, das es im Nowgoroder Gebiet gibt, das Heim namens
Uschinskij in Schimsk, etwa 50 Bus-Minuten von Welikij Nowgorod entfernt.
Da wir uns entschieden haben, Teilbeiträge aus dem Gehaltscent dorthin zu
geben, - im Februar-Rundbrief berichteten wir darüber – möchte ich Ihnen eine
Zusammenfassung dieses sehr engagierten Berichtes geben:

Swetlana Dubovickaja, die Journalistin, hat sich mit Alexander Rybka, dem Direktor
des Heimes, unterhalten, der die zahlreichen Ehrungen für seine Arbeit der Tatsache
zuschreibt, dass die russische Gesellschaft endlich ihre elendesten Mitglieder nicht
mehr mit Schweigen und Tabuisierung belegt. Seine Arbeit seit 20 Jahren in diesem
Haus fasst er als Dienst auf, als Dienst an den Kindern, denen er mit seinen
Mitarbeitern eine Ersatzfamilie und Heimat bietet. Denn die Heimbewohner, die meist
im Alter von 4-5 Jahren dorthin kommen, bleiben bis zur Volljährigkeit dort, nur ein
Zehntel von ihnen erhält bisweilen Besuch von ihren Eltern.
Umso enger wachsen Bewohner und Mitarbeiter zusammen: für Herrn Rybka ist der
Gedanke unvorstellbar, jemals wieder wegzugehen von diesem Haus, er empfände
es als Verrat. Und die Zusammenarbeit mit seinem Personal ist eng und
vertrauensvoll, ja, familiär im weiteren und engeren Sinne – ganze Dynastien
arbeiten hier, Vater und Mutter, dann auch deren Kinder und Schwiegerkinder, was
für eine hohe Kontinuität in der Betreuung der Kinder sorgt. Es hat aber auch etwas
damit zu tun, dass die Behinderten durch ihre verzögerte Entwicklung bis ins
Erwachsenenalter Offenheit, Ehrlichkeit und Vertrauen bewahren. Frau
Dubovickaja mutmaßt gar, sie seien „besser“ als gesunde, erwachsene
Menschen.
Viele von ihnen, zur Zeit etwa 20, können das Bett nicht verlassen, auch
nicht sprechen, nur „verstehen, warten und - lieben“; sie bewohnen die Abteilung
„Barmherzigkeit“.
Bei einem Rundgang durch das Haus nimmt der Besucher Einblick in elementare
Unterrichtssituationen (das Schreiben des eigenen Namens, der Heimadresse),
bewundert allüberall die vielgestaltige Ausstellung bildnerischer Arbeiten der Kinder,
die in Art und Qualität der von gesunden Kindern gleichkommen, und schaut in die
Physiotherapie–Räume. Das hohe Verantwortungsbewusstsein des Personals hier
zeigt sich auch darin, dass man jedem Kind sein besonderes Krankengymnastik-
programm professionell auf den Leib schneidern und zukommen lässt.
Die Kinder entspannen sich dann nebenan mit einer Karaoke-Pause….
Etwa die Hälfte der Kinder ist beschulbar, lernt lesen und schreiben, singen und
zeichnen, kann in einfache Berufe vermittelt werden wie Krankenpfleger,
Reinigungsfachkraft, Packer.
Etliche gründen nach der Entlassung eine eigene Familie. Man freut sich, wenn man
solchen erfolgreichen ehemaligen Heimbewohnern wieder begegnet. Andere sehnen
sich lange zurück nach der besonders liebevollen Atmosphäre des Heimes, „fliehen“
gar dorthin zurück. Soll jemand hier untergebracht werden, dessen körperliche oder
geistige Schwächen woanders, an speziellen Förderschulen, besser kompensiert
werden können, vermittelt man ihn dorthin weiter – immer das Ziel im Blick, das
höchstmögliche individuelle Glück der zu Betreuenden zu erreichen.
Herr Rybka dankt den Bielefeldern für die bisher geleistete Hilfe, die er für die Anlage
eines Sport-und Spielplatzes im Außenbereich verwenden möchte. Andere Projekte
wie der Anschluss des Hauses an das neu entstehende Gaswärmenetz ( bisher heizt
man höchst unzureichend mit Holz! ) und ein Kühlraum für die Lebensmittel, die man
aus den umliegenden landwirtschaftlichen Betrieben erhält, werden wir auch gerne
unterstützen. 

(Brunhild Hilf)


Deutscher Chor aus W.Nowgorod

Im Februar-Rundbrief kündigten wir für April den Besuch des Deutschen Chores von
der Bilingualen Pädagogischen Fakultät der Universitat Welikij Nowgorod an.
Diese sangesfreudige Gruppe, die zum Zwecke der Spracherlernung deutsches
Liedgut pflegt, wird nun voraussichtlich im September 08 hier sein. Es könnte sein,
dass wir also für die 2. Septemberhälfte einen „Nowgorod-Treff“ planen und Sie
dazu einladen.    (B.Hilf)

Pläne, Programme, Konzerte, Filme und eine Reise

Vom 23.5. bis 7.6.ist die Rockgruppe APM wieder in unserem Lande, etliche
Konzerte im Ruhrgebiet und anschließend bei den Hansetagen in Salzwedel locken:
Einzelheiten  erfahren Sie unter www.apm-freun.de

Mit der VHS planen wir für den Herbst ein Seminar mit russischen Filmen.
Da es nur bei hinreichender Beteiligung stattfinden kann, laden wir Sie ein, sich
alsbald bei W.Rotsel oder B.Hilf dazu anzumelden.

Welikij Nowgorod wird im Jahre 2009 1150 Jahre alt! Aus diesem Anlass werden wir
für die Jubiläumsfesttage um den 20.09. 09 eine Reise dorthin anbieten. Die
Interessentenliste führt M. Schräder.

Zwei neue Vorstandsmitglieder stellen sich vor

Mein Name ist Karin Clasmeier. Ich freue mich seit Februar dieses Jahres im Vorstand des Kuratoriums der Städtepartnerschaft zwischen Weilikij Nowgorod und Bielefeld mitarbeiten zu
können.
Ich bin 52 Jahre alt und von Beruf Sozialpädagogin.Mein Interesse am Austausch mit Menschen anderer Länder rührt von dem Wunsch, die eigenen engen Grenzen zu erweitern, von anderen zu lernen und Erfahrungen auszutauschen. Die russische Sprache mag ich sehr gern und bemühe mich seit geraumer Zeit sie zu erlernen. Leider nur mit mäßigem Erfolg. Häufigere Aufenthalte in Russland werden hier hoffentlich helfen.
Ich würde mich freuen Sie bald alle näher kennen zu lernen.

Mein Name ist Eberhard Heyd. Geboren im Jahr 1934, bin ich im Elternhaus in Stuttgart aufgewachsen. Nach Abitur und Studium der Rechtswissenschaften trat ich 1963 in Stuttgart in den Dienst der Deutschen Bundespost, jetzt Deutsche Post AG. Seit 1965 war ich bei der Post in Nordrhein-Westfalen beschäftigt, seit 1973 als Leiter des damaligen Postamts Bielefeld. Bis zum Eintritt in den Ruhestand war ich Leiter des Briefzentrums Herford. Seit einem Besuch der Sowjetunion im Jahre 1969 (Moskau, Wladimir, Leningrad) bin ich an Rußland, seinen Menschen und seiner Entwicklung sehr interessiert. Seither war ich noch zweimal in Rußland: 2002 in Welikij Nowgorod und zuletzt 2006 in Kasan und Ufa.
Seit einigen Jahren bin ich Mitglied des Kuratoriums. Die Mitgliederversammlung am 25. Februar 2008 hat mich als Beisitzer in den Vorstand gewählt.

Die Adressen unseres Vorstands

Karin Clasmeier, Bossestr. 21, 33615 Bielefeld, Tel. 173502

Christel Franzen, Kupferheide 39a, 33649 Bielefeld, Tel. 451102

Kirsten Hartmann, Huberstraße 24,  33607  Bielefeld, Tel.1369528

Eberhard Heyd, Bodelschwinghstr. 387, 33647 Bielefeld, Tel. 412233

Brunhild Hilf, Schelpsheide 12,  33613  Bielefeld, Tel. 889282

Werner Matthes, Babenhauser Str. 30, 33619 Bielefeld, Tel. 892364

William Rotsel, Spandauer Allee 16, 33619 Bielefeld, Tel. 105668

Armin Sachse, Tuchstraße 19, 33699  Bielefeld, Tel. 200898

Ulrike von Savigny, Auf der Hufe 23, 33613 Bielefeld, Tel. 886414

Michael Schräder, Leiblstr. 99, 33615 Bielefeld, Tel. 882909

 

Herausgeber: Kuratorium Städtepartnerschaft Bielefeld – Welikij Nowgorod e V.

Brunhild Hilf – Schelpsheide 12 – 33613 Bielefeld

Redaktion: Brunhild Hilf

                                      Konto des Kuratoriums  Sparkasse Bielefeld   BLZ 480 501 61, Kto. Nr. 114041


 

 



 


Stand: 4.12.2008